Der weibliche Orgasmus, um ihn ranken sich viele Mythen. Früher wurde er sogar komplett geleugnet. Diese Zeiten sind glücklicherweise vorbei, doch noch immer umgibt der weibliche Höhepunkt der sexuellen Erregung ein Gerüst aus Falschannahmen und Unwissen. Wir stellen den weiblichen Orgasmus, oder sollten wir besser sagen, die weiblichen Orgasmen in den Mittelpunkt und liefern erstaunliche Fakten rund um die weibliche Sexualität.

Welche Formen des weiblichen Orgasmus gibt es?

Eins steht fest, für Frauen gibt es nicht nur die eine Art zu kommen. Bevor wir zu den unterschiedlichen Formen kommen, beantworten wir zunächst die Frage, was ein Orgasmus überhaupt ist. Beim Höhepunkt der sexuellen Erregung tritt ein körperlicher Reflex auf, bei dem sich die Muskeln verspannen und anschließend durch rhythmische Kontraktionen entspannen. Dabei kann sich ein Höhepunkt, je nachdem welcher Teil des Körpers erregt wird, anders anfühlen. Das leitet uns direkt zu den verschiedenen Formen des Orgasmus über.

Vaginal

Der vaginale Orgasmus entsteht durch die innere Stimulation der Vagina beim Sex, durch Sexspielzeug oder Finger. Für manche Frauen ist es schwer, durch die reine vaginale Stimulation zu kommen, dabei fühlt sich der vaginale Orgasmus anders an und kann sogar minutenlang dauern!

Klitoral

Der klitorale Orgasmus sorgt für einen schnellen Kick und ist der Lieblings-Orgasmus für viele Frauen. Er entsteht durch gekonnte Stimulation der äußeren Klitoris, die am oberen Ende der inneren Schamlippen sitzt.

Brust

Tatsächlich können manche Frauen sogar kommen, wenn man die Brustwarzen stimuliert. Es ist also kein Zufall, dass die Brustwarzen bei sexueller Erregung hart werden. Hier laufen Nervenbahnen zusammen und so zählen die Brustwarzen zu den sensibel-erogenen Zonen. Wichtig ist, sich Zeit zu nehmen und die Intensität der Berührungen langsam zu steigern. Von lecken, saugen, beißen, zwicken und sogar Eiswürfeln ist alles erlaubt, was (Beiden!) gefällt.

Anal

Zugegeben, der Anus gehört nicht zu den primären Sexualorganen, trotzdem wächst die Anhängerschaft, die Analsex fest in ihr Liebesleben integriert hat, und zwar unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung. Grund dafür ist, dass der Anus von unzähligen Nervensträngen durchzogen ist und – obwohl kein Sexualorgan – sehr wohl eine erogene Zone ist.

Mental

Das Gehirn ist das größte Lustorgan des Körpers! Egal ob es um den vaginalen oder klitoralen Orgasmus geht, ohne das Gehirn geht es nicht. Tatsächlich ist es sogar möglich, allein durch Gedanken zum Höhepunkt zu kommen. Der beste Beweis dafür sind weibliche Orgasmen im Schlaf, an dem sich die Frauen am nächsten Morgen nicht mehr erinnern. Aber wie kann man einen mentalen Höhepunkt hervorrufen? Ganz einfach durch Fantasie. Ffür Frauen ist es nicht ungewöhnlich, ihre Gedanken einzusetzen, um besser zu kommen.

Was sind Legenden und was ist wahr

Um den weiblichen Orgasmus reihen sich allerlei Legenden. Wir haben uns auf die Suche nach Antworten gemacht.

Squirting

Die weibliche Ejakulation wurde lange Zeit tabuisiert, heute ist es ein beliebtes Motiv der Pornoindustrie und in fast jeder größeren Stadt gibt es Seminare, wo Frauen das Squirten sogar erlernen können. Denn das Squirten gilt nicht umsonst als die Königin der weiblichen Orgasmen. Bei sehr starker Erregung durch Stimulation der Klitoris und der Vagina kommt es zum stoßweisen Ausstoß von Flüssigkeit. Noch herrscht keine Einigkeit darüber, woraus das weibliche Ejakulat besteht.

Analer Orgasmus

Ob es im strengen Sinne einen analen Orgasmus gibt, darüber lässt sich trefflich streiten, es ist aber sehr wohl möglich, über die anale Stimulation einen Höhepunkt zu bekommen. Entweder durch die äußere Stimulation oder durch Penetration, die die Nervenbahnen der primären Sexualorgane reizt.

Multiple Orgasmen

Multiple Orgasmen sind keine Legenden, sie sind legendär. Frauen können mehrmals hintereinander kommen, ganz gleich, durch welche Art von Stimulation. Nach einem Orgasmus ist für die Frau noch lange nicht Schluss, sie kann wieder und wieder kommen. Ein ausgiebiges Vorspiel legt die besten Voraussetzungen für multiple Orgasmen.

Frauen lieben langes Vorspiel

Definitiv, die meisten Frauen wünschen sich mindestens 15 Minuten Vorspiel, besser sogar länger, um sich später richtig fallen zu lassen.

Vorgetäuschte Orgasmen

Die meisten Frauen täuschen regelmäßig einen Orgasmus vor. Wenig bekannt ist, dass der vorgetäuschte Höhepunkt durchaus Vorteile bringt. Um einen Orgasmus richtig vorzutäuschen, muss sich Frau einen Orgasmus überhaupt erst einmal vorstellen und das ebnet den Weg für einen richtigen Höhepunkt. Schnell wird aus dem vorgetäuschten Stöhnen ein Echtes.

Warum gibt es den weiblichen Orgasmus?

Orgasmen sind wundervoll, so viel ist klar, aber um Nachkommen zu zeugen, ist der weibliche Orgasmus nicht notwendig. Dabei gibt es drei wissenschaftliche Theorien, die der Frage aus wissenschaftlicher Sicht nachgehen.

Eine Theorie besagt, dass der weibliche Orgasmus früher mit dem Ausstoß von Hormonschüben verbunden war, die den Eisprung einleiteten. Die sogenannte männlich induzierte Ovulation ist bei unseren gemeinsamen Vorfahren der Primaten bekannt.

Eine weitere Hypothese ist, dass die auftretenden Muskelkontraktionen während des vaginalen Orgasmus helfen sollen, die Spermien in die Gebärmutter aufzunehmen.

Als Letztes wird die Meinung vertreten, dass es sich bei der Orgasmusfähigkeit der Frau einfach um eine glückliche evolutionäre Fügung handele.

Sie kommt nicht immer – wie befriedigend ist Sex ohne Orgasmus?

Frauen kommen nicht immer, das ist die Wahrheit und es gibt viele Gründe für das Ausbleiben des weiblichen Orgasmus. Stress und die falsche Umgebung machen Frauen mehr zu schaffen als Männern, sie können dann nicht abschalten und sich gehen lassen. Wenn Fragen im Kopf der Frau herumgeistern, wie: Findet er mich attraktiv? Hat er wirklich Spaß dabei? Stöhne ich komisch? Lässt sie sich nicht gehen und der Weg zum Orgasmus ist versperrt. Manche sind sogar von dem Gedanken gestresst, kommen zu müssen, dabei passen Druck und weiblicher Orgasmus überhaupt nicht zusammen.

Erwartungshaltungen beim Sex sollten gleich mit der Kleidung abgelegt werden. Niemand muss kommen, der Sex kann auch ohne Höhepunkt befriedigend sein, einfach, weil man die Nähe des Partners und die ausgetauschten Zärtlichkeiten genießt. Und vielleicht klappt es gerade dann auch mit dem weiblichen Orgasmus, wenn man schon gar nicht mehr daran gedacht hat.